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Mittels C2FO Liquidität durch einen kollaborativen und marktbasierten Ansatz sicherstellen

Das Fintech-Unternehmen C2FO will Käufer und Lieferanten vernetzen und versteht sich als Marktplatz für Working Capital Management. Warum das Fintech mit einer Bank kooperiert und wie es den Partner ausgesucht hat, erklärt Managing Director Frank Wendt.

Herr Wendt, welches Kundenthema adressieren Sie?

Wir erweitern das Thema Handelsfinanzierung durch einen kollaborativen und marktbasierten Ansatz. Unser Geschäftsmodell basiert darauf, dass im Geschäftsleben Handelsverträge ausgetauscht werden, die in der Regel Handelskredite beinhalten. Durch die Finanzkrise haben sich das Volumen und die Laufzeit der Handelskredite tendenziell verlängert. Auf unserer Plattform vernetzen wir Käufer und Lieferanten. Auf Ersuchen des Lieferanten kann der Käufer seine Rechnung vorzeitig bezahlen, der Lieferant bietet dafür ein Skonto. Der Käufer erzielt eine Überrendite verglichen mit anderen kurfristigen Liquiditätanlageklassen. Der Lieferant erhält Liquidität zu Konditionen, die besser sind als andere kurzfristige Finanzierungsformen.

Das könnte doch auch bilateral ohne Plattform ausgehandelt werden …

Das passiert in der Praxis auch – aber es ist das auch effizient? Viele Telefonate werden geführt und Emails geschrieben – das ist aufwendig, intransparent und typischerweise auch nicht gesteuert, was unter Governance-Gesichtspunkten ein Problem darstellt. Unsere Plattform ermöglicht die einheitliche Umsetzung klar definierter Unternehmensregeln und eine aktive Cashflow-Steuerung.

Sie nehmen den Banken also Geschäft weg …

Das ist schon richtig und ja auch eines unserer Kernargumente: Durch C2FO vermeiden Kunden niedrig verzinste Geldanlagen, Lieferanten können auf teure Kontokorrent-Finanzierungen verzichten. Beide Seiten verdienen im Vergleich zum Umweg über die Bank, wenn sie direkt miteinander kollaborieren.

Fintech C2FO kooperiert mit Bank

Trotzdem haben Sie eine Bank als Kooperationspartner, obwohl Sie vom Geschäftsmodell her gar nicht auf eine Bank angewiesen sind …

Das stimmt, aber die Zusammenarbeit mit einer Bank ist für uns sehr sinnvoll. Zusätzlich kooperieren wir durchaus auch mit den Beratungseinheiten der Big Four, aber Banken haben nun einmal die besten Zugänge in die Treasury-Abteilungen der großen Unternehmen.

Wie haben Sie Ihren Kooperationspartner ausgesucht?

Wir sind international tätig, das ist für unseren Erfolg wichtig. Darum war auch der Anspruch an unseren Kooperationspartner, dass er global aufgestellt sein muss. Unser Kooperationspartner ist in Deutschland stark auf der Dax-Ebene tätig, aus Sicht dieser Bank werden durch uns keine Banken-Lösungen kannibalisiert. Außerdem ist unser Partner klarer weltweiter Marktführer im Supply Chain Finance, was unserere Lösung zusätzlich validiert.

Warum hat man sich nicht die regional stärksten Player als Partner gesucht?

Das wäre auch eine Option gewesen. Wir sind aber der Ansicht, dass es dadurch deutlich komplexer wird, weil jede Partnerschaft etwas unterschiedlich gelebt wird und gemanagt werden muss.

Wenn es am Ende doch nur um Referrals und nicht um die Einbindung in Prozesse geht, warum kann man dann nicht mit einer Vielzahl von Partnern zusammenarbeiten?

Das kann man schon – am Ende ist es eine Frage der Ressourcen und Marktstrategie. Wir haben uns für diese Lösung entschieden, um schlank und effektiv zu sein. Banken sind komplex, und diese für sich zu mobilisieren erfordert einiges an Energie.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit?

Wir sind sehr zufrieden. Der Firmenkundenbetreuer muss unser Produkt verstehen und begreifen, dass es kein Risiko für seine Beziehung zum Kunden darstellt. Aber wir verlassen uns natürlich nicht allein auf unseren Bankenpartner, sondern gehen auch direkt auf unsere Kunden direkt zu.

Warum nutzen die Käufer C2FO?

Im Fokus unserer Kunden – also sowohl Unternehmen mit Liquiditätsüberhängen und -bedarf – stehen auch die bilanziellen Effekte. Wir haben zahlreiche Kunden, die unter Liquiditätsaspekten vielleicht gar keinen Bedarf an der Plattform haben. Sinnvoll wird es für viele aber mit Blick auf den Quartalsabschluss, um die Kennzahlen für das Working Capital zu managen. Traditionell kommen von oben Ansagen, wieviel Free Cashflow noch generiert werden muss – und dann wird eifrig telefoniert. Da ist es für viele Unternehmen viel komfortabler, über unsere Plattform dauerhaft, effizient und transparent ihre Working Capital und Free Cashflow Ziele zu steuern.

Lesen Sie hier das FINANCE Magazin-Interview